Nº 266
Editorial

Situation.

Beim Korrekturlesen dieses Hefts, in der Phase, in der wir alle Texte in ihrer Gesamtheit innerhalb kurzer Zeit lesen, fiel es uns – wieder einmal – auf: Design wird von diversen Disziplinen begleitet – Musik, Film und Fotografie, bildende Kunst und Architektur –, mit denen es Inspirationsquellen, Werkzeuge und Methoden teilt. Mapping, Storytelling, Modellbau, Coding oder das spätestens durch den Pop salonfähig gewordene Kopieren sind als disziplinübergreifende Gestaltungsinstrumente auszumachen. „Alles ist zum Austausch, zur Erweiterung und zur Verbindung bereit“, schreibt Frank Nickerl in seinem Text und meint dies weniger im inter- oder transdisziplinären als vielmehr in einem kon-disziplinären Sinn. Design bildet mit anderen Fach- und Wissenszweigen Assoziationen, ähnlich den sich ebenfalls aus verschiedenen Fächern, wie technische Mechanik oder Werkstoffkunde, zusammensetzenden Konstruktionswissenschaften.



Design.

Gerade weil das Design ein gefragter Assoziationspartner ist, bedarf es einer Eigenständigkeit oder gar einer „Eigenlogik des Designs“, wie die Autoren der gleichnamigen Publikation ausführen. Um dieses Profil des Designs anderen, aber eben auch sich selbst gegenüber deutlich zu machen, bedarf es der kontinuierlichen Vermittlung, deren verschiedenen Lesarten wir unseren Schwerpunkt widmen. Lesarten ist dabei durchaus wörtlich zu nehmen, denn zum einen gehört es zum Alltagsgeschäft des Designers, seine Fähigkeiten und Kenntnisse wie auch seine Entwürfe, zum Beispiel in Form von Modellen, zu vermitteln. Zum anderen muss das Design – etwa im Bereich der Markenführung – auch Mitarbeitern, Dienstleistern (und mitunter auch Fans der Marke) vermittelt werden, ebenso wie – beispielsweise im Museum – einer breiteren Öffentlichkeit. „Design ist Vermittlung“, bemerkt Moritz Grund in seinem Beitrag, und da damit immer auch eine Kommunikationsleistung verbunden ist, haben wir uns nach intensiver Diskussion und diversen Konsultationen im Englischen für den Titel „Communicating Design“ entschieden.



Kontext.

Ursprünglich, so meine Absicht, sollte dieses Editorial einmal ohne „Kritisiererei“ auskommen, einmal frei sein von den Ärgernissen über das Alltagsgeschehen. Doch dem machte IKEA-Chef Peter Agnefjäll mit der Ankündigung einen Strich durch die Rechnung, man wolle den Kunden zukünftig bessere Qualität für ihr Geld bieten. Das liest sich zunächst einmal ganz gut. Heißt das aber im Gegenschluss, dass die Kunden bisher nicht adäquat ausgestattet wurden? „Heutzutage kannst Du keine Wegwerf-Produkte bauen“, wird Agnefjäll im Handelsblatt zitiert. Auch das liest sich ganz gut. Heißt das doch nichts anderes, als dass kritische Kunden doch etwas bewirken können. Dann bleibt nur die kritische Aufforderung, vor allem an uns selbst, Wegwerf-Geschäftsmodellen zukünftig früher einen Riegel vorzuschieben.

Bei Ralf Erlinger bedanken wir uns sehr herzlich für die umfassende und uneingeschränkte Qualität der Bildstrecke unseres Schwerpunkts und bei Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, für das uns entgegengebrachte Vertrauen, das wir auch in Zukunft nicht durch opportunistische Niveaujustierungen zu enttäuschen gedenken.



Stephan Ott, Chefredakteur

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