22. Januar 2017

Dossiers
form Edition #4.
Stoneware Plates
by Katrin Greiling

Text: Johanna Christner

Katrin Greiling ist Gründerin des in Berlin und Stockholm ansässigen Designbüros Studio Greiling, das sich einer Vielzahl von Disziplinen widmet, von Möbel- und Interiordesign über Architektur bis hin zur Fotografie. Diese Kombination ermöglicht unterschiedliche Perspektiven und somit einen vielschichtigen Umgang mit Projekten. Mit dem exklusiven Entwurf der Stoneware Plates kreiert die Designerin die vierte form Edition, die in limitierter Auflage in unserem Shop erhältlich ist. Im Rahmen der Passagen Köln, die parallel zur imm Cologne stattfinden, wird die Edition im Showroom des italienischen Küchenherstellers Boffi präsentiert. Am Donnerstag, den 19. Januar ab 15 Uhr, findet dort auch ein Meet and Greet mit Katrin Greiling statt. Vorab haben wir mit ihr über ihre Arbeitsweise, ihre Inspirationsquellen und Einflüsse und natürlich über die Stoneware Plates selbst gesprochen.



 

Du arbeitest mit sehr verschiedenen Materialien und widmest Dich mit Studio Greiling nicht nur dem Möbeldesign, sondern gleichermaßen der Innenarchitektur und Fotografie. Wie kommt es zu dieser Vielfalt?

 

Für mich gehören diese Disziplinen alle zusammen, da sie einander ergänzen und beeinflussen. Der visuelle Ausdruck nimmt lediglich jeweils eine andere Dimension ein, ob nun beim begehbaren Raum, dem dreidimensionalen Möbel oder dem Bild in der Fläche. Es geht dennoch immer um den subjektiven Blick sowie die eigene Erfahrung und Interpretation.

 

 

Hast Du eine besondere Vorliebe für ein bestimmtes Material und wenn ja, wie kam es dazu?

 

Meine Grundausbildung liegt in der Verarbeitung von Holz, doch das Erlernen des Schreinerhandwerks verhalf mir mit fundiertem Wissen über Materialität, Statik, Konstruktion und Volumen zunächst vorrangig zu einer essentiellen Basis. Jede neue Aufgabe bringt ihre eigenen Möglichkeiten und Begrenzungen mit sich, daher lege ich mich bei meiner Materialwahl nicht fest. Im Allgemeinen lege ich großen Wert darauf, mit Materialien zu arbeiten, die dem Anspruch und der Funktionalität des Produktes gerecht werden.



 

Favorisierst Du eine gestalterische Disziplin?

 

Jede Disziplin birgt ihre eigenen Ansprüche und Vorteile. Das Unmittelbare an der Arbeit mit Fotografie zum Beispiel ist für mich ein wichtiger Ausgleich zu Projekten, die eine wesentlich längere Planung erfordern.

 

 

Was zeichnet Deine Arbeitsweise aus?

 

Mein Ansatz ist sehr intuitiv, aber auch deutlich geprägt durch meine schwedische Designausbildung. Der Aspekt der Funktionalität steht für mich zudem immer im Vordergrund.

 

 

Welchen Einfluss haben Deine zahlreichen Auslandsaufenthalte auf Deine Arbeit? Gab es Orte, die Dich besonders inspiriert haben?

 

Meine Einstellung zur Welt ließe sich mit einem Wort sehr treffend beschreiben: Abenteuer. Im Alter von 20 Jahren verließ ich meine Geburtsstadt München, um mein Studium in Schweden zu beginnen. Die zwölf Jahre meines Lebens, die ich dort verbrachte, haben mich nicht nur im Hinblick auf meine Formensprache, sondern auch als Mensch nachhaltig geprägt. Mein zweites wichtiges Abenteuer war mein dreijähriger Aufenthalt in Dubai. Zu dieser Zeit verstärkte sich meine Faszination für das Fremde, ich erkannte meine verborgenen analytischen Fähigkeiten und ich entwarf eine meiner wichtigsten Möbelserien – die Sofa-Serie Bidoun. Diese gilt als erste zeitgenössische Möbelserie der Vereinigten Arabischen Emirate und gewann 2010 in Schweden den Preis für das Möbel des Jahres. 



 

Wie entstand die Idee zu den Stoneware Plates?

 

Neben der Schreinerei gab es in der Kreativschule Capellagården in Vickleby, Schweden, auch Keramik- und Textilwerkstätten. Nach einigem Experimentieren erhielt ich meine ersten Resultate – runde, organische Platten aus Ton. Gewissermaßen handelt es sich um eine sehr direkte Übertragung von Holz auf ein anderes organisches Material. Im Rahmen meiner für die Stockholmer Möbelmesse entworfenen Design Bar erlebte die diesmal aus Porzellan und gemeinsam mit Studenten gefertigte Serie im Jahre 2011 eine Wiedergeburt.

 

 

Warum hast Du Dich für das Material Steinzeug entschieden?

 

Für die limitierte Edition für die form arbeite ich erstmals mit einer deutschen Manufaktur zusammen. Diese ist im Süden Deutschlands ansässig und stellt ihre Ofenkacheln traditionell aus Steinzeug her.

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