Interview mit Simon Gall
und Alexandra Stöckli:
Sedici-Verlag

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Die Schrift Helvetica, LSD und Hannes Meyer, der Nachfolger Walter Gropius’ am Bauhaus in Dessau, haben eine Gemeinsamkeit: Sie alle stammen aus Basel. Die gesamte Stadt sowie ihr trinationales Umland beeindrucken durch ihr reiches Kulturangebot mit Museen, wie dem Vitra Design Museum, und Messen, wie der Design Miami oder der I Never Read. In form 269 geben drei junge Protagonisten der hiesigen Gestaltungsszene, Pablo Berger von Berger und Stadel und Walsh, Modedesignerin Jacqueline Loekito sowie Matylda Krzykowski und Rebekka Kiesewetter vom Depot Basel, Auskunft über ihre Designpraxis und teilen ihren Blick auf die Stadt. Zusätzlich haben wir mit Simon Gall und Alexandra Stöckli vom Sedici-Verlag gesprochen.




Gründungsjahr: 2015

Credo: I’m da

Inspirationsquelle: die Daheit

Nicht zu unterschätzen: das Holozän

Aktuelles Projekt: die Ausstellung “PartiziPAPIER” am Museum der Kulturen Basel; Buchproduktionen: “1000 MFAQs”, “Out of the da!”, “Postindustrial Design Melancholy”, “Who paid my art”, “Café Europa – A da Musical”

Lieblingsort in Basel: Hyperwerk

Demnächst: Open House Hyperwerk und Buchveröffentlichungen am 13. Januar 2017

 

 

Was ist Eurer Meinung nach besonders an der Gestaltungsszene in Basel?

 

Basel ist klein, wirkt aber durch seine trinationale Lage großstädtisch. Die Designszene ist fragmentiert, gleichwohl gibt es eine relativ große Dichte an Gestaltern sowie Museen und Stiftungen. Dies führt zu einer Trägheit vieler Akteure, die auf finanzieller Abhängigkeit beruht. Die relative Offenheit Basels ermöglicht jedoch experimentelle Projekte im urbanen Raum. Orte disziplinärer Überschneidung sind rar, aber es gibt sie, zum Beispiel das Stellwerk, Depot Basel, REH4, Textilpiazza oder Prints and Drinks. Für viele Gestalter und Gestalterinnen ist Basel ein Sprungbrett – weiter nach Zürich. Nichtsdestotrotz ist das kulturelle Angebot sehr divers: Frankreich und Deutschland in Tram-Distanz beleben die Theater- und Musikszene. Kaum ein Ort hat so ein breites Angebot an musikalischen Subkulturen, von elektronischer Musik über Metal bis Punk.




Welche Funktion hat der Sedici-Verlag für Euch und wie gestaltet sich Eure Publikationspraxis?

 

Im Sedici-Verlag haben wir, vorwiegend Studierende des Hyperwerks, dem Institut für postindustrielle Gestaltung an der Hochschule für Gestaltung und Kunst an der FHNW in Basel, als Autorinnen und Autoren eine gemeinsame Ebene gefunden, um geschlossen aufzutreten. Hier agieren und wirken wir in und mit der „Daheit“, darunter verstehen wir eine transnationale und transkulturelle, jederzeit gegenwärtige Informations- und Interaktionssphäre. Wir experimentieren, produzieren, diskutieren und generieren Feedback-Schleifen. Wir betreiben Social Mining, graben für uns Relevantes aus, um es horizontal teilbar zu machen. Als Verlag der Dinge und Möglichkeiten publizieren wir beinahe alles, von Performances über Möbel, von Produkten bis hin zu Publikationen. Denn für uns sind alle Formen unseres Handelns und Wirkens von Interesse und können zu einem publizierbaren Produkt unseres Verlages werden. Die Methode des Rapid Publishings gestaltet hierbei unsere publizistische Praxis.
















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Dossier
Basel, Media, Ausbildung
Jahr
2017
Disziplin
Editorial Design, Kommunikationsdesign, Kuration
Ausgabe
form 269
Links
sedici-verlag.ch

Mehr zu Designprotagonisten in Basel erfahren Sie in form 269. Diese Ausgabe können Sie in unserem Shop bestellen.

Text: Julia Sommerfeld