22. Juni 2018

News

Machines à Penser

Fondazione Prada, Venedig

– 25. November 2018

fondazioneprade.org

 

Die Ausstellung „Machines à Penser“ [Denkmaschinen] thematisiert die Arbeiten dreier Philosophen, die im Exil oder auf der Flucht lebend, ihre tiefsten Gedanken hervorbrachten. Es geht um die Beziehung zwischen Exil, Flucht sowie Zuflucht und physischen sowie mentalen Orten für Reflexion, Gedanken und intellektuelle Produktionen.



 

Die Ausstellung fokussiert auf die drei Philosophen Theodor W. Adorno (1903–1969), Martin Heidegger (1889–1976) und Ludwig Wittgenstein (1889–1951), die durch politische Umstände ins Exil oder zur Flucht getrieben wurden. Ihre Arbeiten werden auf zwei Stockwerken in den Kontext zeitgenössischer Kunst und Architektur gesetzt, die ebenfalls Inspiration durch den Rückzug nutzten oder räumliche Vorstellungen davon darstellen.

Im ersten Stock des Ausstellungsgebäudes werden die Gedanken Heideggers präsentiert. Er verbrachte lange Zeit in einer abgelegenen Hütte im Schwarzwald, welche auf der Fläche rekonstruiert, verschiedenen zeitgenössischen Kunstwerken wie Fotografien und Keramiken Raum bietet. Heidegger nutzte die kleine Hütte in Todtnauberg im Schwarzwald, um die Ruhe zu finden, seine Texte zu verfassen. Er hinterfragte in den 1930er-Jahren die Weltanschauungen der abendländischen Philosophiegeschichte und umschrieb eine durch Technik veränderte metaphysische Welt. Während des Nationalsozialismus setzte er sich für eine Veränderung des allgemeinen Weltbildes, die „nationalsozialistische Revolution“, wie er es nannte, ein und unterstützte die Auffassungen der NSDAP. 1933 wurde er zum Rektor der Universität Freiburg ernannt, wo er die politische Erziehung der Nationalsozialisten unterstützte und in seinem Schwarzwälder „Todtnauberger Lager“ ein Wissenslager mit ausgewählten Studierenden für eine Woche abhielt. Nach 1945 wurde er aus diesem Grund emeritiert und ihm ein Lehrverbot erteilt.

Das Thema der Flucht ist auch in der heutigen Zeit durch zum Beispiel Bürgerkriege in Syrien oder Myanmar brandaktuell und sollte dem Besucher der Ausstellung bewusst sein. Die Präsentation zeitgenössischer Arbeiten könnte als Reflexion dessen verstanden werden, doch sind die drei philosophischen Botschafter aus einer Epoche, die weit schwerwiegender auf deren Arbeiten lastete, als die Tatsache, dass die Werke exiliert entstanden. Die eigentliche Geschichte und Aussagen der Philosophen sollten nicht romantisiert betrachtet werden und somit für Künstler zur Nachahmung inspirieren.

Die Fondazione Prada umfasst drei Ausstellungshäuser für gegenwärtige Kunst und Kultur in Mailand und Venedig, die einen Dialog mit zeitgenössischen Künstlern fördern wollen.

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