13. Januar 2019

News

Moderne am Main.
1919–1933

Text: Jörg Stürzebecher

Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main

19. Januar – 14. April 2019

museumangewandtekunst.de

 

Die Ausstellung „Moderne am Main“ zeigt Artefakte aus dem Frankfurt zu Zeiten der Weimarer Republik und stellt damit den ersten Versuch dar, diese Epoche designhistorisch umfassend aufzuarbeiten – eine Annäherung an den damaligen Anspruch, die Stadt sowohl ästhetisch als auch gesellschaftlich neu zu gestalten.

 


 

Zwar dauerte die Weimarer Republik etwa 14 Jahre, zieht man jedoch die ersten Jahre zwischen dem Ende des ersten Weltkrieges bis zur Einführung der Rentenmark 1923 einerseits und der sich ständig verschärfenden Wirtschaftkrise ab 1930 andererseits ab, so bleiben gerade sieben Jahre der Konsolidierung und Stabilität. In dieser Zeit manifestierte sich die Moderne in Deutschland jenseits der Kunst-Ismen mit Neuer Typo- und Fotografie, den Stahlrohrmöbeln und der Weißenhofsiedlung als Beispielen. Gleichzeitig fand auch das wohl einflussreichste Projekt einer sozial ausgleichenden Moderne der Zwischenkriegszeit statt, das durch die gleichnamige Zeitschrift erfolgreich beworbene „Neue Frankfurt“ – später „Die Neue Stadt“, durch das Fachblatt „Stein, Holz, Eisen“ wirkungsvoll ergänzt. Diesem Neuen Frankfurt – in den 1980er-Jahren gab es ein postmodernes Missverständnis gleichen Namens – widmen sich 2019 drei Ausstellungsorte in Frankfurt. Den Anfang macht das Museum Angewandte Kunst. Hier hat man sich mit großem Personal – gleich mehrere Personen werden als Ausstellungsverantwortliche genannt – die Aufgabe gestellt, die Produktkultur des Neuen Frankfurts zu präsentieren, ein berechtigtes Unterfangen, da dieser bislang kein einziger umfassender Überblick gewidmet war. Man kennt Margarete Schütte-Lihotzkys Frankfurter Küche und den Ofen von Ferdinand Kramer, einige frühe Leuchten von Christian Dell oder die Gebrauchsgrafik Willi Baumeisters. Doch schon Franz Schusters Aufbaumöbel sind weit weniger bekannt, von Dauerärgernissen wie der häufigen und auch aktuell wieder im Kulturjournalismus vorgenommenen Verwechslung des Grafikers Hans Leistikow mit dessen Verwandtem, dem Grunewald-Maler Walter Leistikow, ganz abgesehen. Bei angekündigten etwa 600 Exponaten kann man entsprechend auf Einiges gefasst sein. Wobei es falsch wäre, die Frankfurter Leistungen unter einem Stil-Begriff zusammenzufassen, da dies der auf heterogene Gebrauchssituationen und Produktionsmöglichkeiten beruhenden Form- und Farbgebung entgegensteht, die das Stadtbild vom Briefkopf bis zur Großsiedlung veränderte. Eine ausführliche Besprechung nach der Eröffnung am 18. Januar um 19 Uhr folgt in form 282.

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