16. Juni 2018

News

Welt ohne Außen

Gropius Bau, Berlin

– 5. August 2018

berlinerfestspiele.de

 

„Welt ohne Außen. Immersive Räume seit den 60er Jahren“ ist eine Kombination aus partizipativer Ausstellung, Aufführungen und Workshops. Besucher können eine Dauerkarte erwerben und erhalten damit über den Zeitraum von zwei Monaten Zugang zu den facettenreichen Präsentationen der unterschiedlichen Künstler.



 

„Als ein Ritual der westlichen Moderne geht es dabei nicht zuletzt darum, eine bestimmte Vorstellung von Welt und Vorstellung von Welt und Subjektivität zu etablieren: eine Welt, der man als Mensch gegenüberstehen kann, und eine Subjektvorstellung, die sich aus der urteilenden Distanz zu einem Gegenüber, dem (Kunst-)Objekt, generiert. Immersion hingegen stimuliert ein direktes und unmittelbares Erleben: Eingehen und Eintauchen, Teilsein und In-Beziehung-Stehen werden stärker akzentuiert.“ Dieser Absatz der Ausstellungsbeschreibung erklärt das Motiv der interaktiven Ausstellung, bei der mithilfe verschiedener Kanäle – von traditioneller Kunstpräsentation bis zu immersivem Journalismus – Besucher und Kunst einander nähergebracht werden sollen.

Ein weiteres zentrales Element sind die Aufführungen, die im Schliemann-Saal stattfinden und die Spannung zwischen der Präsentation einer festgelegten Dramaturgie und einem situativen Ereignis herausstellen. Das zusätzliche Workshop-Programm wechselt wöchentlich und wird zum Thema „Embodied Aesthetics“ [verkörperte Ästhetik] von unterschiedlichen Künstlern geleitet. Die Teilnehmer können dort „Einsatz, Hingabe und Engagement“ zeigen und bekommen verschiedene Praktiken vorgestellt, um den eigenen Körper nicht nur für die Kunst einzusetzen, sondern dadurch auch ein besonderes Körpergefühl zu entwickeln.

Immersion ist ein Wort mit englischem Ursprung („immersion“ für Eintauchen), welches im Zeitgeist durch die Gaming-Szene etabliert wurde. Man versteht darunter den Effekt, der entsteht, wenn man sich über einen längeren Zeitraum in einer fiktionalen, digitalen Umwelt bewegt (etwa Landschaften und Szenarien in Computerspielen) und diese immer stärker als real empfindet. Interessant an diesem Konzept ist vor allem die Frage, wie der Besucher von „Welt ohne Außen“ in diese kuratierte Kunstwelt eintaucht und was er dort wahrnimmt. Welche Kunstprojekte vermitteln im Kontext der Immersion einen stärkeren Eindruck? Ist es der Virutal-Reality-Film der Künstlerin Nonny de la Peña oder die physischen Raum- und Lichtillusionen von unter anderen Larry Bell aus den späten 1960er-Jahren, der mit gefärbten Glaselementen Rauminstallationen entstehen ließ?

Die zentrale Rolle des Betrachters in dieser Ausstellung und die Aufforderung zur Partizipation in den Workshops verdeutlichen, dass die Welt – die Realität – besonders durch die körperliche und soziale Wahrnehmung entsteht und somit nachhaltig Erfahrungen generiert.

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Nº 279
Embodiment in Design

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