Vom 16. Juli bis zum 24. Oktober zeigt das Museum für Gestaltung in Zürich eine Ausstellung über die Frau, die lange Zeit im Schatten von Le Corbusier und Pierre Jeanneret stand, selbst jedoch als eine der innovativsten Innenarchitektinnen und Möbelentwerferinnen des 20. Jahrhunderts gilt: Charlotte Perriand (1903–1999) arbeitete zwischen 1927 und 1937 mit dem berühmten Architekten und dessen Vetter im Atelier 35, Rue de Sévres, zusammen und verlieh der oft rationalen Gestaltung Corbusiers menschliche Dimensionen. Nach der Entwicklung von Stahlrohrmöbeln entdeckte sie ihre Neigung zum Naturmaterial Holz und verband traditionelle Verarbeitungstechniken mit neuen freien Formen. Als Fotografin inszenierte sie auf radikal-moderne Weise am Strand oder auf Schrottplätzen gefundene Objekte; wiederholt arbeitete sie mit Pierre Jeanneret und Fernand Léger zusammen, mit denen sie die Liebe zur „Art Brut“ teilte.
Die Ausstellung in Zürich zeigt nicht nur eine Pionierin des Möbel- und Einrichtungsentwurfs sowie der Fotografie, sondern auch die sozial engagierte Frau, die Charlotte Perriand war. Kuratiert wurde die Ausstellung von Arthur Rüegg und Andres Janser. Katharina Altemeier war für uns mit der Kamera vor Ort, und ließ sich von Ko-Kurator Arthur Rüegg die Ausstellung zeigen:
Parallel zur Ausstellung im Museum für Gestaltung Zürich zeigt das Gewerbemuseum Winterthur „Résonance - Charlotte Perriand und ihre Spuren in Brasilien“; außerdem finden im Museum Zürich Gespräche zu verschiedenen Schwerpunkten rund um die Gestalterin statt.