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125 Jahre „Made in Germany“

22/08/12
Als die Warenbezeichnung „Made in Germany“ eingeführt wurde, dachte niemand, dass sie 125 Jahre später wie ein Qualitätssiegel wirken könnte.
Mit der am Ende des 19. Jahrhunderts einsetzenden Industrialisierung fürchtete man sich in Großbritannien vor dem deutschen Expansionsdrang. Um die eigene Wirtschaft vor importierter Ware zu schützen und die britischen Käufer auf die vermeintlich „schlechteren“ Produkten hinzuweisen, schrieb das britische Handelsmarkengesetz vom 23. August 1887 (Merchandise Marks Act 1887) vor, dass auf Waren das Herkunftsland anzugeben sei.
Da die Qualität deutscher Waren jedoch häufig der Qualität einheimischer Produkte überlegen war, wirkte „Made in Germany“ zunehmend wie ein Qualitätssiegel. Die negativ gedachte Warenkennzeichnung kehrte sich ins Gegenteil um: Die deutsche Wirtschaft entschloss sich, den Schriftzug „Made in Germany“ auch beim Export in Länder zu nutzen, die eine solche Ursprungsbezeichnung nicht forderten.
Heute zählen Produkte aus Deutschland zu den besten der Welt. Die Verbraucher sind bereit, viel Geld für deutsche Ingenieurskunst auszugeben und Namen wie BMW, Porsche, Daimler, Fissler und Loewe erfreuen sich im Ausland hoher Beliebtheit.

Bild: Titel des Buches Made in Germany. Produktform – Industrial Design. 1970, Hrsg. von Hans Wichmann

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