Neues im Bad!
Text:
Katharina Altemeier
Unter dem Motto „Pop-up the Bathroom“ hat die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) kürzlich zehn Trends erarbeitet, die das Bad-Design aktuell bestimmen: „Soft bathroom“, „Green bathroom“, „Fashion bathroom“, „Easy bathroom“, „Design for a better bath“, „Private spa“, „Water love“, „Homing“, „Techness“ und „Interior Concepts“ heißen die unterschiedlichen, sich aber dennoch ergänzenden Entwicklungstendenzen. Präsentiert werden sie in der sogenannten „Waterlounge“, die zum VDS-Messestand gehört. Wir stellen hier die wichtigsten drei Trends vor.
„Green Bathroom“: Der allgemeine Trend zu mehr Nachhaltigkeit ist längst auch im Badezimmer angekommen. Gerade hier, denn das Bad zählt neben der Küche zu den Orten im Haus, wo viel Wasser als auch viel Energie verbraucht werden. Vor diesem Hintergrund lohnt sich ökologisches Bewusstsein. Besonders im Sanitärbereich, denn hier kann der Konsument durch nachhaltiges Design und progressive Technik sehr viel zum Umweltschutz beitragen. Wie aber muss man sich ein „grünes Bad“ vorstellen? Hier gilt, was im Allgemeinen für Öko-Design zutrifft: Zeitlose, langlebige Entwürfe und natürliche, ökologisch vertretbare Materialien stehen im Vordergrund. Zum anderen sind neue Technologien entscheidend: Nur die entsprechend innovative sanitäre Ausstattung macht den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen erst möglich. So sorgen spezielle Abwasser-Systeme dafür, dass in der Dusche oder im Waschbecken genutztes Wasser direkt in die WC-Schüssel geleitet wird, um den Verbrauch von frischem Wasser in Toiletten zu verhindern. Im Green Bathroom werden Sparsamkeit, ein gutes Gewissen und durchaus auch Wellness miteinander verbunden. Auf Grund seiner Bedeutung innerhalb der globalen Energie-Diskussion ist der Trend zum Green Design der vielleicht einflussreichste Trend für die Konzeption, Gestaltung und technische Ausrüstung des Badezimmers.
„Private Spa“: Wellness liegt weiterhin im Trend. Das belegt auch eine aktuelle Infratest-Studie der zufolge 14 Prozent (= 8,8 Millionen Menschen) der deutschen Bevölkerung regelmäßig Wellness-Aktivitäten nachgehen und dadurch für einen Umsatz von rund 73 Milliarden Euro pro Jahr sorgen. Tendenz steigend. Dieser Entwicklung entsprechend gibt die Zielgruppe gerne Geld für Wellness aus, auch für jene in den eigenen vier Wänden. „Private Spa“ lautet deshalb das Zauberwort, das die Vereinigung für Sanitärwirtschaft bereits zur ISH 2007 eingeführt hat und das mittlerweile von vielen Sanitärherstellern und Badplanern als Begriff übernommen wurde. „Private Spa“ ist Ausdruck eines neuen Verständnisses von Luxus, das durch den Wunsch entstanden ist, das Spa-Erlebnis, das heißt Raum und Zeit für körperliches und seelisches Wohlbefinden, auch im Privatbereich genießen zu können. Private Spa ist ein Badkonzept, das die Routine zum Ritual und das Wasser zum Erlebnis macht. Für den Wellness-Effekt sorgen sowohl Ausstattungselemente wie Regendusche oder Whirlwanne als auch Möbel und eine sinnliche Ästhetik. Im Gegensatz zur Küche, die als kommunikatives Zentrum moderner Wohnkultur fungiert, bleibt das Private Spa ein sehr persönlicher Bereich, der vor allem durch Raumambiente, stimmungsvolle Inszenierungen und rituelle Nutzungsmöglichkeiten bestimmt wird.
„Interior Concepts“: Das Bild vom Bad als reinem Funktionsraum ist längst überholt: An einer Wand aufgereihte Becken, WCs und Wannen oder einbauschrankartige Elemente sind passé. Stattdessen werden aus Duschen Raumteiler, Vorwandelemente nehmen Armaturen und Waschbecken auf, und das WC verschwindet, wenn schon nicht ganz aus dem Bad, so doch zumindest in eine abtrennbare Nische. „Interior Concepts“ bedeutet ganzheitliche Badgestaltung: Das Badezimmer wird wie jeder andere Raum innenarchitektonisch gegliedert, mit unterschiedlichen Zonen, die sowohl der Hygiene, dem Styling als auch der Regeneration dienen können. Die Sanitärobjekte ragen in den Raum hinein oder werden mittig platziert, Sichtachsen entstehen. Badezimmer-Design ist somit nicht mehr „nur“ Produkt-Design. Die Hersteller beziehen bei der Konzeption von neuen Kollektionen daher auch zunehmend die Möglichkeit mit ein, wie das Produkt für die Raumnutzung und -gestaltung eingesetzt werden kann. Interior-Design, Materialien, Farben, Kombinationen, Lichtführung und Accessoires spielen dabei eine wichtige Rolle. Teile des Bads können als Wohnfläche genutzt werden. Was früher im Bad undenkbar gewesen wäre, ist heute möglich: eine Chaiselongue oder ein Teppich zum Beispiel.
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