Nº 262
Editorial

Design.

Um das respektvolle Miteinander, den Umgang mit Ressourcen, Mitarbeitern und Kunden steht es nicht zum Besten. Faire Produktionsbedingungen bei der Herstellung von Smartphones oder Textilien, korrekte Angaben über die Abgaswerte von Fahrzeugen, gerechte Verteilung von Nahrungsmitteln oder gar das Eingeständnis (und daraus folgende Handeln), dass die derzeitige Flüchtlingsproblematik zu großen Teilen auch mit einer jahrzehntelangen Ausbeutungspraxis zu tun hat – überwiegend Fehlanzeige. Was das mit Design zu tun hat? Nahezu alles. Jegliche Bemühung um ökologische Produktinnovationen, um verantwortungsvolle Ausbildung oder um ästhetische Forschung werden solange ad absurdum geführt, wie globale Unternehmen noch mit einem Verständnis von Design operieren, das sich vollständig einer auf Betrug fußenden Gewinnmaximierung unterzuordnen und die Dinge entsprechend in Szene zu setzen hat.



Kontext.

Nun bietet sich das Design für Inszenierungen bestens an, wie wir in unserem Schwerpunkt Szenografie aus verschiedenen Perspektiven zeigen. Das hat auf der einen Seite sein Gutes, wenn es darum geht, Produkten, virtuellen, öffentlichen oder Bühnenräumen einen kulturellen und auch wirtschaftlichen Mehrwert zu verschaffen, von dem alle profitieren. Auf der anderen Seite muss ein nachhaltigen und menschenwürdigen Entwicklungen verpflichtetes Design Inszenierungen auch Einhalt gebieten. Dann nämlich, wenn es um Verschleierung und Vertuschung geht, es also lediglich um die Behauptung eines nur Wenigen nützenden, für die überwiegende Mehrheit aber schlichtweg nicht existierenden Mehrwertes geht.



Situation.

Anstelle des gewohnten Materialthemas finden Sie in dieser Ausgabe einen Text von Nicola Stattmann, der sehr detailliert und an der Praxis orientiert die einzelnen Projektphasen einer Produktentwicklung beschreibt, die ökologischen Kriterien gerecht wird. Aus diesem Grund verzichten wir – und das ist die zweite Ausnahme im vorliegenden Heft – dieses Mal auf die Carte Blanche. Im Übrigen haben wir im Filter und mit unseren Features wie gewohnt neue Tendenzen und weniger bekannte Details aus der Welt des Designs für Sie aufgespürt.

Mit dieser Ausgabe heißt es auch wieder einmal Abschied nehmen. Michael Heimann und Hendrik Schwantes haben uns zusammen mit ihrem Team über zwei Jahre lang begleitet. Gemeinsam haben wir den gestalterischen und inhaltlichen Relaunch der form konzipiert und umgesetzt. Für ihren kompetenten Rat und ihr Engagement möchten wir uns auch auf diesem Weg sehr herzlich bedanken. Bei aller Anstrengung, die ein solcher Prozess mit sich bringt, hat die Zusammenarbeit sehr viel Spaß gemacht, und wir denken, dass sich das Ergebnis sehen lassen kann. Wie geplant, werden wir zukünftig die Gestaltung des gesamten Magazins inhouse fortführen und weiterentwickeln.



Stephan Ott, Chefredakteur

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Nº 272
Muster

form Design Magazine


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LOGO.
Die Kunst mit dem Zeichen

Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt


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form Edition #4

Stoneware Plates
by Katrin Greiling

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