Nº 274
Editorial:

Identität

Text: Stephan Ott

Design

Vor 25 Jahren verkündete Adam Richardson den „Tod des Designers“. Wir haben den Autor um eine Einordnung seiner damaligen These aus heutiger Sicht gebeten. Vieles habe sich seitdem zum Guten geändert, dennoch existiere heute, so Richardson, „wenig philosophische, ethische oder kritische Reflexion unter Designern, trotz des Erfolges und Einflusses, den sie genießen“. Dafür finden wir zahlreiche Belege, etwa das folgende Beispiel aus jüngster Vergangenheit. Die Jury des Plus X Award, nach eigener Aussage der Innovationspreis für Markenqualität, wählte Volkswagen unter die innovativsten Marken des Jahres 2017 und übergab den Preis anlässlich der kürzlich zu Ende gegangenen IAA an den Chefdesigner Klaus Bischoff. Als hätte es den mit erheblicher krimineller Energie vorangetriebenen Manipulationsskandal nie gegeben – einer Energie, daran sei noch einmal erinnert, mit der die Verantwortlichen keine Wendung zum Positiven beabsichtigen, sondern das Sichern von Pfründen verfolgt haben und immer noch verfolgen.

 

Kontext

Vor 55 Jahren wurde die Plastiktüte mit Tragegriff erfunden, ein Produkt, das uns seitdem lange über den Einkauf hinaus begleitet. Das Material richtet durch seine lange Haltbarkeit mehr Schaden als Nutzen an und sorgt zu Recht für sein schlechtes Image. Dass dies nicht unbedingt so sein muss, zeigen zahlreiche Beispiele, bei denen das Material und insbesondere dessen Haltbarkeit zum positiven Bild einer Marke beitragen. Um Markenbilder und deren Wandel geht es unter anderem auch in unserem Schwerpunkt „Identität“, in dem wir uns auch mit der Identitätsgeschichte der form, dem Branding mithilfe sozialer Medien sowie der Identitätsbildung über Objekte beschäftigen. An dieser Stelle möchten wir uns bei Sara Codutti und Wolfgang Scheppe sehr herzlich für die freundliche und unkomplizierte Zurverfügungstellung der Bilder aus dem Katalog „Supermarket of the Dead“ bedanken.

 

 

Situation

Vor 60 Jahren wurde die form gegründet. In dieser Zeit hat das Magazin selbst Designgeschichte geschrieben, so manche Debatte entfacht, sich zu aktuellen Themen geäußert, aber auch die ein oder andere Existenzkrise erfolgreich überstanden. Aus diesem Grund haben wir uns in jedem Heft des Jahrgangs 2017 mit einem Thema beschäftigt, das die form in ihrer Historie mitgeprägt hat. Diese Revue schließen wir in dieser Ausgabe mit einem Ausblick ab. Darüber hinaus haben wir alle sechs Folgen der von uns „Revisiting the Past“ genannten Serie jeweils erweitert und in unserem Format form feature zusammengefasst. Dieses Sonderheft geht unseren Abonnenten automatisch zu, Interessierte können es ab sofort aber auch in unserem Onlineshop erwerben.

Leider ist die Wirklichkeit nicht nur freudvoll, sondern enthält auch traurige Kapitel. Während unser vergangenes Heft im Druck war, erfuhren wir vom Tod Martin Roths. Für die damalige Ausgabe hatten wir mit ihm ein Interview zu unserem Schwerpunktthema „Protest“ geführt und er hatte uns dafür trotz Krankheit gemeinsam mit seiner Frau mit großem Elan unterstützt. Wir verneigen uns mit großem Respekt und gedenken eines entschlossenen Verfechters der Kultur.

 

Stephan Ott, Chefredakteur

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