13. September 2017

News

Best of DAM Architectural Book Award

Deutsches Architekturmuseum, Frankfurt am Main

– 14. Januar 2018

dam-online.de

 

Seit 2009 gibt es den Architectural Book Award des Deutschen Architekturmuseums (DAM) in Frankfurt am Main, zur neunten Wiederkehr stellt nun eine kleine Schau die bisherigen Preisträger und die in die Shortlist aufgenommenen Bücher vor und aus.



 

Raum findet dies im dritten Stock des Frankfurter Hauses, als Hintergrund wurden Eins-zu-eins-Reproduktionen einiger Regale der DAM-Bibliothek gewählt. Doch diese Auswahl hat Tücken, da es Alphabetauslassungen gibt. Folglich begegnen einem immer wieder Bücher über den Architekten des 20. Jahrhunderts, über den am meisten publiziert wurde – Le Corbusier, während zum Beispiel Frank Lloyd Wright abwesend bleibt. Dennoch ist diese Ausstellungsgestaltung nicht ohne Witz, verdeutlicht sie doch, wie Architekturbücher in Ateliers – Ähnliches ließe sich auch über Grafikbüros sagen – eingesetzt werden: als Bildungstapete. Davor gibt es kleine reale Regalbretter, auf denen die prämiierten und in die engere Wahl gekommenen Werke zu Betrachtung und Lektüre einladen, wo dies, da vergriffen, nicht möglich war, gibt es Stellvertreter und Verweise auf die DAM-Bibliothek. Studieren kann man die Werke an nachgebauten Tischen, die auf Entwürfe des Frankfurter Architekten Ferdinand Kramer zurückgehen, eine Hommage, die die Frage hervorruft, warum sich das DAM nicht Originale gesichert hat, die bis vor wenigen Jahren für wenig Geld in der Frankfurter Goethe-Universität zu erwerben waren.

Dazu kommt ein Zentralraum, in den ab dem 12. Oktober 2017 die diesjährige Auswahl gezeigt wird. Bis dahin zeigt das DAM hier seine eigenen Veröffentlichungen, eine Werbemaßnahme, die schon bei der Eröffnung am 9. September auf Kritik stieß. Diese Eröffnung aber bot Bedenkenswertes. Zwar fehlte vor dem lediglich zwanzigköpfigen Publikum die Organisatorin des Preises, Christina Budde, in der Diskussionsrunde, aber der Leiter des DAM Peter Cachola Schmal und die Verleger Thomas Kramer (Park Books) und Andreas Ruby (Ruby Press und Schweizerisches Architekturmuseum in Basel) lieferten Wortwechsel zu Gestaltung und Ökonomie des Architekturbuches, die auch Widersprüchliches enthielten. Denn wie verträgt sich der Anspruch auf gute Reproduktionsqualität und Papierwahl mit der zumindest behaupteten Freude darüber, dass in China viele Bücher ohne Lizenz digital nachgedruckt werden, damit Studierende die Inhalte mit nach Hause nehmen können? Hier grüßt Papaneks Revoluzzertum. Und ist der Wunsch nach landesspezifischer Preisgebung je nach Bruttosozialprodukt nicht bloße Gutmenschenattitüde und damit Heuchelei? Vor allem aber, wem nutzt das Selbstlob der Verleger, eben die richtigen und schönen Bücher zu machen, wenn die Qualitätsdefinitionen unbestimmt bleiben. Denn vieles, was in der Ausstellung gezeigt wird, ist gestalterisch und produktionstechnisch keinesfalls auf höherem Niveau als die Massenware der schamhaft nicht namentlich genannten Verlage wie Taschen, von denen sich das Podium abheben wollte, zumal auch dort Bemerkenswertes wie etwa der Nachdruck der Zeitschrift „Arts & Architecture“ geleistet wurde.

Zumindest bei Letzterem könnte eine Begriffsklärung zumindest zur Präzisierung beitragen. Denn „Schönste Architekturbücher“ sind nun einmal nicht unbedingt „Best Architectural Books“ und umgekehrt. Von all dem abgesehen, ist der Einsatz des DAM für die Architektur im Buch, die häufig auch mit der Architektur des Buches einhergeht, zu begrüßen. Und dass der Überblick zeigt, wie bei dem Preis zunehmend auch Länder wie die Türkei oder Mexiko berücksichtigt werden, spricht für eine erfreuliche Entwicklung, die hoffentlich noch lange nicht zu Ende ist.

 

 

Jörg Stürzebecher

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