11. August 2017

News

Nº 273.
Designing Protest



 

Er kann still sein oder laut, er kann sich von langer Hand geplant erheben oder spontan entladen, er kann etwas verändern oder kläglich an seinen Zielen scheitern: der Protest. Doch unabhängig davon, in welcher Form sich Widerstand regt, ist er immer auch Gegenstand von Gestaltung. In form 273 sind wir den Fragen nachgegangen, wie Protest gestaltet wird und inwiefern Design selbst Protest leisten kann.



 

Dass Protest eine lange Geschichte hat, belegen die Sammlungen von Museen und Archiven. So spricht Martin Roth, der zuletzt als Direktor des Victoria and Albert Museum in London gewirkt hat und am vergangenen Sonntag in Berlin verstorben ist, im Interview von einem Damenhandtäschchen, das ein Geheimfach für Flugblätter gegen Sklaverei enthält. Ein Zeichen dafür, „dass es auch beim friedlichen Protest eine große Menge an kreativem Potenzial gibt“. Welche Artefakte heute zum Protestieren eingesetzt werden, ist ebenfalls von Interesse: Anja Neidhardt berichtet in „Welcome to the Protest Archive“ über die Initiative verschiedener Institutionen, aktuelle Protestbewegungen zu dokumentieren und der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Wenn das Design selbst Widerstand leisten will, kann es sich verschiedener Methoden bedienen. Eine davon ist die Subversion, deren Ausdrucksformen Sarah Dorkenwald in ihrem Text „Hack the System!“ beschreibt. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass auch die Designer selbst ihre Disziplin kritisch hinterfragen, um sich dann „[von einem] ehemals individualistischen Autorendesigner in einen Repräsentanten im Dienste der Gemeinschaft [zu] verwandeln, in einen Aktivisten und Katalysator“, wie es Max Borka in seinem manifestartigen Artikel formuliert. Wie nah das protestierende Design dabei der Bricolage kommt, erläutert abschließend Hans Ulrich Reck in „Vom Protest zur Revolte – And Other Transformations“.

 

Außerdem geben wir in der aktuellen Ausgabe einen Überblick über die Designgeschichte Kanadas und erörtern in der Rubrik Disocurse die vielschichtige Beziehung zwischen Design und Politik. Darüber hinaus erfahren Sie, welche Auffassung von Natur die Plattform Next Nature Network in einer Welt vertritt, in der immer mehr von Technik durchdrungen wird, und bekommen in der Rubrik Material einen Eindruck davon, wie das Netzwerk Materiability Materialwissen und -forschung vermittelt.

 

Im vorletzten Teil unserer Jubiläumsserie „Revisiting the Past“ fragen wir nach den Folgen des Internets, das seit den 1990er-Jahren zu einer massentauglichen Technologie geworden ist, und haben zwei Autoren um ihre Meinung gebeten. Während Jonathan Taplin die fast uneingeschränkte Macht der Internetgiganten wie Facebook, Google und Amazon kritisiert, warnt Daniel Moßbrucker davor, dass zu weitrechende Regulierungen seitens des Staates wiederum unsere Freiheitsrechte gefährden.

 

Diesmal können Sie folgende drei Artikel aus dem Heft online lesen: „Transparenz“ stellt Projekte vor, die sich mit dieser Eigenschaft sowohl wortwörtlich als auch im übertragenden Sinn beschäftigen, es steht der oben beschriebene Text „Hack the System!“ zur Verfügung und außerdem bieten wir Eindrücke von der diesjährigen Jerusalem Design Week.

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Identity

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