25. Dezember 2017

News

Miteinander gestalten.
Empfohlen von Daniel Hornuff

Für alle, die zwischen den Jahren noch nichts vorhaben oder auch im neuen Jahr nach Inspirationen suchen, haben wir zusammen mit Designern und Autoren, die an den Ausgaben des Jahres 2017 mitgewirkt haben, Empfehlungen zusammengestellt.



 

Daniel Hornuff absolvierte ein Studium der Theaterwissenschaft, Germanistik, Komparatistik, Kunstwissenschaft und Philosophie in Leipzig und Karlsruhe. Sowohl die Promotion als auch die Habilitation verfasste er zu Themen der Kunst- und Kulturgeschichte. Seine weiteren Publikationen befassen sich mit Design- und Bildtheorien. Neben etlichen Lehraufträgen vertrat Hornuff mehrere Professuren und lehrt aktuell im Fachbereich Kunstwissenschaft an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe Kunst- und Designtheorie. In diesem Jahr rückte er in form 270 die Funktionalismusdebatte in neues Licht und diskutierte in form 273 den politischen Einfluss des Designs.

 

Er empfiehlt:

 

1. Obschon 2013 erschienen, hat das Buch des in Princeton lehrenden Politikwissenschaftlers Jan-Werner Müller nichts an Brisanz verloren – im Gegenteil: „Wo Europa endet“ diskutiert am Fallbeispiel der ungarischen Fidesz-Partei, welche Möglichkeiten der EU – also uns allen! – zur Verfügung stehen, der Bildung nationaler Diktaturen in Europa entgegenzuwirken. Müllers ebenso nüchterner wie hochkonzentrierter Essay ist in seiner Kenntnisfülle gesellschaftspolitischer, juristischer und ideengeschichtlicher Zusammenhänge ein Lehrstück in demokratischer Bewusstseinsbildung, ein entschiedenes Plädoyer für eine „Politische Union Europa“ – und eine im besten Sinne packende Lektüre für alle, die in liberalen Demokratien die Voraussetzung zur Gestaltung eines freiheitlichen Miteinanders sehen.

 

2. Es gibt Menschen, die überreichen zu Weihnachten nicht einfach nur Geschenke, sondern zusätzlich auch noch die Kassenbons der Geschenke: „Hier hast du deinen Kram, fang damit an, was du willst, wenn dir’s nicht paßt, ist es mir einerlei, nimm dir etwas anderes dafür“, murrte Adorno vollends ernüchtert im 21. Aphorismus seiner „Minima Moralia“. Andere verzichten zwar auf den Kaufbeleg, übergeben dafür aber nur, was ihnen selbst am nächsten ist – Adorno auch dazu fassungslos: „Günstigenfalls schenken sie, was sie sich selber wünschten, nur ein paar Nuancen schlechter“. Nutzen Sie die Tage zwischen den Jahren, um sich von den Zumutungen des Schenkens zu erholen: Gewinnen Sie Abstand zu all den aufoktroyierten Danksagungsriten; regenerieren Sie sich vom traditionell vergifteten Eigentlich-wollten-wir-uns-dieses-Jahr-doch-gar-nichts-schenken; und entspannen Sie nach der Method-Acting-Challenge, selbst bei einem dramatischen Auseinanderdriften zwischen Verpackungsdesign (noch aussichtreich) und Inhalt (letztlich ernüchternd) freudige Überraschung zu verkörpern. Kurzum: Bietet die Zeit nach den Geschenken nicht eines der tollsten Geschenke?

Shop

Nº 282
Simulation Shifts Design

form Design Magazine


Aws4 request&x amz signedheaders=host&x amz signature=ba0a5b7a1d2db6e8ee723b4e42601cef88995c99bccce0e9a1f8dcc7300f999e Jetzt bestellen

Kontakt

Verlag form GmbH & Co. KG
Wildunger Straße 8
60487 Frankfurt am Main
Germany

T +49 69 153 269 430
F +49 69 153 269 431
form@form.de

Leserservice

Fragen zur Abonnementrechnung, zum Abonnementangebot oder Adressänderung?

T +49 69 153 269 438
F +49 69 153 269 439
leserservice@form.de

Newsletter

Melden Sie sich jetzt an, um an exklusiven Ticketverlosungen teilzunehmen, monatliche Neuigkeiten zum Magazin zu erhalten und über aktuelle Design-Events und -Publikationen informiert zu werden.

Anmelden

Design Magazine
Established 1957

 

 
form.de