31. Dezember 2017

News

Von allem etwas.
Empfohlen von Gabriele Oropallo

Für alle, die zwischen den Jahren noch nichts vorhaben oder auch im neuen Jahr nach Inspirationen suchen, haben wir zusammen mit Designern und Autoren, die an den Ausgaben des Jahres 2017 mitgewirkt haben, Empfehlungen zusammengestellt.



 

Gabriele Oropallo ist Dozent in Critical and Contextual Studies und Forschungsleiter an der Sir John Cass School of Art, Architecture and Design in London. Seine jüngste Forschungsarbeit befasste sich mit der Frage, wie die ökologische Krise Design und Technologie in Praxis und Vermittlung beeinflusst. Er ist Gründungsmitglied der kritischen Designbüros Repair Society und Arquipélagos Urbanos, mit denen er sowohl an der Designbiennale in Istanbul als auch der Architekturbiennale in São Paulo teilnahm. Zu seinen zukünftigen Veröffentlichungen zählen Kapitel in den Büchern „Design Culture“ (2018) und „Crafting Economies“ (2018). In diesem Jahr hat er drei Archive-Beiträge zu verschiedenen Beispielen aus der Geschichte der Nachhaltigkeit geschrieben: zu Design in der DDR und der Frage, wie lange Dinge halten sollen (form 270), zur Philosophie des Architekten Paolo Soleri (form 272) und zur Geschichte der Plastiktüte (form 274).

 

Seine Empfehlungen sind:

 

 

Ein Podcast: Benjamen Walkers Theory of Everything

Seit einigen Jahren scheinen Podcasts eine rentable Methode zur Generierung von Inhalten zu sein. Benjamen Walkers Theory of Everything gehört zum unabhängigen Radiotopia-Netzwerk. In der Serie geht es darum, die Verbindungspunkte zwischen Geschichten über Raum und Zeit hinweg ausfindig zu machen. Die Sendung besteht aus vielen einzelnen Folgen, aber sie glänzt besonders in ihren Mini-Serien, in denen Walker in beständiger Geschwindigkeit Themen wie Gig Economy, Überwachung oder Utopien erforscht. Es gibt Icherzählungen, Interviews, von denen man nie sicher sein kann, ob sie real oder fiktiv sind, und alles ist sorgfältig referenziert. Andere Entdeckungen des Jahres sind: 50 Things that Made the Modern Economy und Slow Radio, beide von der BBC.

 

 

 

Ein Buch: „Are We Human?“ von Beatriz Colomina und Mark Wigley

Colomina und Wigley haben die diesjährige Ausgabe der Istanbul Design Biennial kuratiert, das Buch „Are We Human? Notes on an Archaeology of Design“ ist jedoch nicht der Veranstaltungskatalog (auch wenn es verwirrenderweise den gleichen Titel trägt). Stattdessen skizziert es ihre Auseinandersetzung mit dem Thema im Vorfeld der Biennale. Halb Geschichtserzählung, halb geistige Versenkung, liegen die Wurzeln dieses schlanken Taschenbuchs vielleicht in einem Artikel von Boris Groys, den er vor einem Jahrzehnt über „Die Pflicht des Selbstdesign“ geschrieben hat. Das Buch liest sich wie eine Reihe unabhängiger Erkundungen, wie Menschen ihre Welt durch Design verändert haben und wiederum von den Produkten ihrer Gestaltungsaktivität geformt werden.

 

 

 

 

Eine Ausstellung: „Purple“ von John Akomfrah

In Gesprächen über Kunst in Zeiten von Umweltkrisen und dem Anthropozän wird oftmals gefragt, welchen Wert Kunstwerke als Tests haben, um den aktuellen Zustand zu erforschen und zu prüfen. „Purple“ von John Akomfrah in der Curve Gallery des Barbican Centre in London ist ein großes Video-Triptychon, das für diesen Zweck gefilmtes oder aus Bestehendem zusammengeschnittenes Material zeigt. Akomfrah hat es als gesungene Erzählung eines globalen Ökosystems aufbereitet, in dem menschliche Aktivität als untrennbar von der Natur erscheint. Sie entsteht vielmehr aus ihr heraus, als dass sie sich über die Natur legt. Jedes Problem, das wir diskutieren, wenn wir darüber streiten, welche Art Gesellschaft und Wirtschaft wir wollen, bildet sich – so zeigt es Akomfrah in seiner dichten Interpretation – in der globalen Bewegung von Materialien und ökologischen Beziehungen ab, die wir mit dem Rest des Ökosystems unterhalten.

 

 

 

 

Eine Serie: Halt and Catch Fire

Das alte Format der Fortsetzungsgeschichte hat ein neues goldenes Zeitalter durch das Format der zeitgenössischen Fernsehserie erfahren. Großartige Beispiele sind The Handmaid’s Tale, Mr. Robot und Deutschland 83. Halt and Catch Fire ist eine sehr ausgeglichene Serie, in der die Dynamik der Charaktere, die Hintergrundrecherche und das Storytelling fein aufeinander abgestimmt sind. Die erste Staffel der Serie dokumentiert die Taten einer fiktionalen Gruppe aus Hardware- und Softwareingenieuren, die in den 1980er-Jahren versuchen, schnellstmöglich den ersten rentablen Laptop auf den Markt zu bringen. Im Verlauf der zweiten und dritten Staffel ziehen dieselben Charaktere durch ganz Nordamerika, um die stetige Entwicklung vom Personal Computer über die Geburt der Onlinecommunitys bis hin zur Digitalisierung wirtschaftlicher Beziehungen und Informationen zu erfassen. In diesem Prozess eröffnet diese sorgfältig recherchierte Serie Einblick in die entscheidende aber selten anerkannte Rolle von Frauen in der Technologiebranche. Außerdem zeichnet sie ein wahrheitsgetreues Bild von der Art und Weise, wie Großunternehmen effektiv Investitionen in Forschung und Entwicklung vermeiden, indem sie kleine Start-ups erbittert am Boden kämpfen lassen, um dann das erfolgreichste zu schlucken.

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